Das Japan Syndrom: Die Pathologie des japanischen Neo-Militarismus

Das Japan Syndrom: Die Pathologie des japanischen Neo-Militarismus

Christof Lehmann (nsnbc) In 2012 und besonders in den letzten Monaten nach dem Erdrutsch Wahlsieg der LPD und Premierminister Abe, hat Japan einen militanten nationalistische Kurs eingeschlagen, der Japans Nachbarn sowie Analysten weltweit dazu veranlasst hat rote Warnflaggen zu erheben. Japan scheint auf einem Kurs zu sein der sehr wohl als Narzissismus beschrieben werden könnte. Es ist ein Kurs der gefährlich für die regionale und internationale Stabilität und Sicherheit, und es ist nicht zuletzt auch ein Kurs der gefährlich für die Japaner ist.

Foto: Japans Premier Shinzo Abe / TTTNIS

Unterstützt durch die Vereinigten Staaten, die dafür die Verantwortung tragen die grösste Katastrophe, die Japaner jemals erlebt haben entfesselt zu haben, hat die Regierung von Premierminister Abe F-15 Jäger eingesetzt um die umstrittenen Diaoyu oder Senkaku Inseln zu patrouillieren und den Piloten es erlaubt Warnschüsse mit scharfer Munition auf chinesische Luftüberwachungsflugzeuge abzufeuern.

Es ist etwas an dem jüngsten Wiederaufleben des japanischen Militarismus, das dem kritischen Beobachter fast als pathologisch oder zumindest als sehr desorientiert vorkommen muss. Um es einmal zu verdeutlichen:

Denke nur an den Besuch des US- Verteidigungsministers Leon Panetta Ende 2012, und dessen Besuch des Yasukuni Kriegerdenkmals, wo mindestens vierzehn japanische Kriegsverbrecher erster klasse verehrt werden, die für den Tod von hundert tausenden von chinesischen Zivilisten verantwortlich waren.

Die Tatsache, dass eine japanische Regierung ausländische Würdenträger zum Yasukuni Kriegerdenkmal einlädt, weckt Erinnerungen an das Massaker in Nanking, China, wo 1937 schätzungsweise 200,000 chinesische Zivilisten massakriert wurden und wo mehr als 20,000 chinesische Frauen von den Truppen der kaiserlichen japanischen Armee vergewaltigt wurden. Tausende von ihnen wurden zu Tode vergewaltigt oder hingerichtet, nachdem man den letzten Rest ihrer menschlicher Würde in ihnen auch noch vergewaltigt hatte. Die wenigen, die das zweifelsame Glück hatten zu überleben, konnten danach den kaiserlichen Offizieren als Komfort Mädchen dienen und noch jahrelang weiter vergewaltigt werden.

Erinnerungen an Nanking werden geweckt. Nanking, wo zwei der Generäle, die am Yasukuni Kriegerdenkmal verherrlicht werden,  in einem Wettbewerb darüber wer am schnellsten eine Reihe von hundert hilflosen Zivilisten enthaupten könnte; Hier werden Kriegshelden verherrlicht, die den Wettstreit, nach dem sie schon Dutzende enthauptet hatten abbrachen weil einer der Helden sich darüber beschwerte dass der Wettstreit unfair sei weil sein Schwert nicht gut genug geschliffen wurde; Helden die den abartigen Wettstreit wieder von vorne antraten nachdem das Schwert geschliffen wurde. Die Einladung des US- Verteidigungsministers Leon Panetta zum Yasukuni Kriegerdenkmal verursachte, was keine Überraschung sein dürfte, Proteste und nicht zuletzt schwerste Bedenken in China und bei anderen von Japans Nachbarn. Es wurde eifrig diskutiert, gab einen Eklat.

Was aber nicht diskutiert wird ist die Frage, welche Defekte in der Psyche derer, die wie Premierminister Abe glauben, dass das erneute Aufflammen des japanischen Militarismus und Nationalismus mit nationaler Souveränität vereinbar sei, während man versucht zu übersehen dass der vermeintliche grosse Verbündete gerade die Nation ist, die in Hiroshima und Nagasaki Zehntausende verbrannt und verstrahlt hat, und dass es eine Nation ist die keinerlei Skrupel davor haben wird Japan und Millionen von Japanern auf dem Altar der Agenda der Pax Americana  und als Kanonenfutter bei der Eindämmung Chinas zu opfern.

Es mag sehr wohl sein dass Shinzo Abe verkündet dass die Bürger Japans wieder mit Stolz die Kimigayo, zum Lob des Kaisers singen können. Unabhängig davon ob Shinzo Abe an seine eigenen Ermutigungen und seine Politik selber glaubt oder nicht, so ist die operante Frage doch eigentlich nur ob er über ausreichend qualifizierte Spin Doktoren verfügt damit keiner in Japan bemerkt dass die Worte der Kimigayo jetzt zur Melodie des Star- Spangled Banner gesungen werden.

Foto: Die Leichen von getöteten Babies beim Massaker von Nanking wurden auf einen Haufen geworfen

Ganz davon abgesehen ob Ministerpräsident Abe seine Politik und Polemik wirklich selber ernst nimmt oder ob er lediglich versucht seine Propaganda zu verkaufen, so drängen sich dem Beobachter die Worte Des Kaisers neue Kleider und Narzissismus auf. Man denkt an eine danteske, göttliche Komödie und an einen göttlichen Wind; Und der Vergleich des militanten Pseudo-Nationalismus der Abe Regierung mit den Kamikaze Piloten des Zweiten Weltkrieges ist auch gar nicht von allzu weit hergeholt.

Das schicksalhafte bei dem Schauspielen, ganz unabhängig davon ob man Dante, Kamikaze oder beide wählt, ist dass Narzissmus einen neuen japanischen Militarismus nur gefährlicher macht. Es wäre beruhigend Gewissheit darüber zu haben, dass jemand mit der Befugnis Entscheidungen zu treffen die möglicherweise einen Krieg mit China, Taiwan oder andren Nachbarn auslösen können, zumindest im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist und nicht an Narzissmus erkrankt ist.

Ministerpräsident Abe, der regionale Frieden und die Stabilität wären gut damit beraten einen erholsamen Segelurlaub zu machen. Einen Segelurlaub entlang der Küstenorte und den Fischer Dörfern der Region. Die japanischen, taiwanischen und chinesischen Fischer würden Premierminister Abe darüber berichten wie sie alle seit Jahrhunderten friedlich und gemeinsam an den Diaoyu oder Senkaku Inseln gefischt haben. Wie ihre Familien seit Jahrhunderten in den Dörfern ihrer chinesischem und japanischen Nachbarn Zuflucht vor Stürmen gesucht haben, und wie sie gemeinsame Lieder, aber nicht die Kimigayu singen.

Und alles das wird man Premierminister Abe mitteilen, obwohl alle darüber im Klaren sind dass die Diaoyu oder Senkaku Inseln schon seit den Zeiten der Ming Dynastie, also seit dem 12. Jahrhundert auf chinesischen Karten als souveränes chinesisches Territorium eingetragen waren.

Ich hätte viel mehr Zuversicht in Frieden und Stabilität wenn die Menschen in Japan einen Fischer, und zwar einen richtigen Fischer und nicht einen der seine Flotte von Globalisten finanziert bekommt, als Premierminister wählen würden. Ein Premierminister Abe, der versucht Wählerstimmen mit einem widersprüchlichen Militarismus und der Illusion nationaler Souveränität ins Netz zu locken, während er sich auf die Unterstützung von gerade der Nation verlässt, die zwei japanische Städte und ihre Einwohner verbrannt und verstrahlt hat, löst bei mir auf jeden Fall grössere Besorgnis aus als der Gedanke einen Fischer am Ruder des Inselstaates Japan zu sehen.

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About christoflehmann

Christof Lehmann is the founder and senior editor of nsnbc. Christof Lehmann is a political writer, psychologist, and independent political consultant on a wide range of issues, including conflict and conflict resolution, negotiations, security management, crisis management. His articles are published widely in international print and online media and he is a frequent contributor to radio and TV programs. He is a lifelong advocate for human rights, peace and international justice and the prosecution of war crimes - also those committed by privileged nation. In September 2011 Christof Lehmann started the blog nsnbc in response to what he perceived as an embargo on truth about the conflict in Libya and Syria. In 2013, he plans to transform nsnbc into an independent, daily, international online newspaper.
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