Französische Afrika Politik schadet afrikanischen und europäischen Volkswirtschaften. Afrika zur Ader lassen und Frankreich mästen. Das Gesicht des Französischen Modo-Kolonialismus.

Französische Afrika Politik schadet afrikanischen und europäischen Volkswirtschaften.

Afrika zur Ader lassen und Frankreich mästen. – Das Gesicht des Französischen Modo-Kolonialismus.

christof-lehmann-20112English Von Dr. Christof Lehmann. Seitdem die ehemaligen französischen Kolonien in Westafrika ihre Unabhängigkeit erlangten sind die fünfzehn Länder in der CFA-Zone, trotz Reichtum von natürlichen Ressourcen und der Produktivität ihrer Bevölkerungen, noch immer katastrophal unterentwickelt. Seit 2007 sind die Volkswirtschaften Frankreichs und der Europäischen Union in einer verheerenden Rezession. Frankreich gleicht einem Mann der am Klippenrand steht und von dem Gedanken in den Abgrund zu fallen erstarrt ist. Aus Angst vor dem Verlust der lukrativen Ausbeutung der Westafrikanischen Volkswirtschaften vergisst er, dass nur einen Schritt hinter ihm Terra firma und eine Möglichkeit für sowohl französischen, europäischen und afrikanischen Wohlstand liegt. 

Führende afrikanische und europäische Politiker hatten erwartet, dass die im in Jahr 2012 gewählte französische Regierung von Präsident Hollande dringend benötigte Änderungen in Bezug auf die dominante französische Kontrolle über die Volkswirtschaften von Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Äquatorialguinea, Elfenbeinküste, Gabun, Guinea Bisau, Mali, Niger, der Republik Kongo Senegal und Togo bringen würde.

Aber auch Hollande und seine Regierung scheinen so von der Angst vor dem sprichwörtlichen Sturz in den Abgrund gebannt zu sein, dass sie die Möglichkeit des Schrittes zurück und zu einer langfristig tragbaren Veränderung nicht ersinnen. Wird Frankreich aus Angst erstarrt stehen bleiben um Westafrika und Europa mit sich in den Abgrund zu reissen wenn es fällt. Oder wird Frankreich es sich wagen die eiserne Kontrolle und die erpresserische Ausblutung durch das CFA-System in seinen ehemaligen Kolonien aufzugeben um das wahre Potenzial und den Wert der afrikanischen Märkte zu entdecken.

So schmerzhaft wie es auch sein mag, die Grundvoraussetzung für eine progressive Entwicklung und Wohlstand ist die Wahrheit über den aktuellen Stand der Dinge. Ein weiterer Krig in Mali wird kaum den Strurz in den Abgrund verhinder können.

Die Ursachen für die mangelnde Entwicklung der Westafrikanischen Volkswirtschaften sind eng damit verbunden dass es Frankreich im Gegensatz zu andren ehemaligen Kolonialmächten gelang, seine Kommissare im Herzen der Volkswirtschaften seiner ehemaligen Kolonien anzubringen, wo sie noch heute über die Westafrikanische Wirtschaft- und Währungsunion fast uneingeschränkte Kontrolle ausüben. 

Das System wurde von den deutschen Nationalsozialisten in den 1930er und 40er Jahren entwickelt und von Deutschland in Frankreich und andren von Deutschland besetzten Ländern eingeführt. Aus gutem Grund wird die französische Westafrika Politik daher oft als französischer Finanznazismus beschrieben.

Die Genesis des CFA-System in Nazi-Deutschland und der deutschen Besetzung Frankreichs.

Am 9. Mai 1941 erklärte der deutsche Botschafter in Frankreich, Hemmen, dass er einen Vertrag mit dem französischen Admiral Darlan unterzeichnet hatte. Der Vertrag würde deutsche Kommissare innerhalb der Abteilungen für ausländische Währungen und internationalen Handel in der Französischen Nationalbank vertraglich sichern. (1) 

Der Vertrag wurde unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Finanzen Hermann Göring verhandelt, dessen Vater Heinrich Ernst Göring von 1885 bis 1890 der deutsche Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia war. Hermann Göring war nicht nur für seine Ausplünderung der Volkswirtschaften der deutsch besetzten Länder, sondern auch für sein besonderes Interesse an geplünderten Kunst- und Kulturschätzen besetzterLänder bekannt.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung Frankreichs, führte der französische Präsident Charles de Gaulle den CFA Frank als gemeinschaftliche Währung für die Westafrikanischen Kolonien ein. De Gaulle schuf eine Wirtschaft- und Währungsunion, deren Kontrollfunktionen nach dem Vorbild der deutschen Ausbeutung Frankreichs unter der Besetzung aufgebaut wurden. 

Obwohl die ehemaligen Kolonien seitdem ihre Unabhängigkeit errungen haben hat Frankreich noch immer eine fast absolute Kontrolle über ihre Volkswirtschaften. Diese Kontrolle wird über Französische Kommissare in den Zentralbanken der Westafrikanischen Währung- und Wirtschaftunion, der BEAC, der BCC und die BCEAO ausgeübt.

Modo-Kolonialismus, das Vetorecht der Kommissare Frankreichs über Afrikanische Volkswirtschaften.

Die Westafrikanischen Nationen Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Äquatorialguinea, Elfenbeinküste, Gabun, Guinea Bisau, Mali, Niger, die Republik Kongo, Senegal und Togo erstellen gemeinsam die Westafrikanische Währung- und Wirtschaftunion (UMOA). Ihre gemeinsame Währung ist der CFA-Frank der unter der Aufsicht der französischen Nationalbank in Charmaliéres, Frankreich gedruckt wird.

Der Rat der Präsidenten der fünfzehn U.M.O.A. Mitgliedsstaaten ist die höchste Autorität der Union und Entscheidungen des Präsidiums werden einstimmig vorgenommen. Der Ministerrat der U.M.O.A. definiert die Geld- und Kreditpolitik der Union und ist für die wirtschaftliche Entwicklung der Region verantwortlich.

Laut den Verfassungen aller fünfzehn Mitgliedstaaten ist die Erstellung ihrer Währung, die Regelung ihres Wertes sowie die Regulierung der Paritäten und Modalitäten das ausschließliche Privileg der Nation und seiner Völker. Entscheidungen darüber werden von den Parlamenten gemacht. Die Anbringung französischer Kommissare im Herzen der Zentralbank Systeme und ihr Vetorecht erzeugen jedoch eine offensichtliche Dichotomie zwischen der scheinbaren Souveränität der Union, seiner Mitglieder, und der direkten Einflussnahme der ehemaligen Kolonialmacht.

Drei der dreizehn Direktoren der BEAC sind Französisch und vier von acht Direktoren der BCC sind Französisch. Der Aufsichtsrat der BCEAO wird von sechzehn Direktoren konstituiert. Zwei aus jedem Land sowie zwei zusätzliche Direktoren aus Frankreich, die an der Verwaltung der Bank unter gleichen Bedingungen und mit gleichen Rechten wie die anderen Direktoren teilnehmen.

Die Anzahl und Anordnung der Kommissare und das Faktum dass Entscheidungen nur einstimmig beschlossen warden können, gibt ihnen ein Vetorecht im Aufsichtsrat jeder der drei Zentralbanken. Keine Entscheidung kann ohne ihre Zustimmung getroffen werden und Frankreich kann jederzeit damit drohen, und droht regelmässig damit, die Volkswirtschaften der Mitgliedsländer handlungsunfähig zu machen falls das Diktat französischer Politik angefochten wird.

Das Französische Veto erstreckt sich auch auf die Ernennung des Gouverneurs der BEAC. Der Gouverneur ist mit dem einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrates, auf Vorschlag der Regierung von Gabun, und nach Zustimmung der anderen Mitgliedstaaten sowie Frankreich zu wählen. (2) Die Zentralbank hat nicht nur das Privileg der Währungserschaffung. Sie hat auch das Privileg Kredite für Girokonten der nationalen Finanzministerien zu ihrem Diskontsatz zu gewähren. Der Aufsichtsrat trifft Entscheidungen über die Laufzeit und den Gesamtbetrag, der für die Finanzierung der Volkswirtschaften der einzelnen Mitgliedstaaten gewährt wird.

Frankreich mästen, Afrika zur Ader lassen – Operationenkonten und das System der Ausbeutung. 

Während die Anbringung der französischen Kommissare das primäre Instrument der Kontrolle ist, so sind die primären Instrumente der Ausbeutung der Westafrikanischen Volkswirtschaften die Operationenkonten. Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich ihre Devisenreserven in einer gemeinsamen Garantirücklage auf einem Operationenkonto bei der Französischen Nationalbank zu hinterlegen. Zwischen 1945 und 1973 wurden 100 % der Devisen sämtlicher Mitgliedsstaaten auf einem Operationenkonto bei der Französischen Nationalbank hinterlegt.

1973 wurde die Rücklage auf 65 %, und am 27. September 2005 auf 50 % reduziert. (3) Weitere 15 % werden jedoch in einer gemeinsamen Garantirücklage zurückgehalten.

Mit anderen Worten: 65 % aller Devisenreserven der fünfzehn Nationen und alle Einnahmen die diese außerhalb des Wirtschaftgebietes der Union akkumulieren werden in der Französischen Nationalbank zurückgehalten. Am3. Mai 2010 zitiert die Homepage des Jeune Afriqe den ehemaligen französischen Finanzminister Christine Lagarde:

Die Bank der Staaten Zentralafrikas legt zum Beispiel fast 90 % ihrer Guthaben in  der fanzösischen Staatskasse an“.(4)

Im Jahre 1960 schrieb Jean Boissonat, ein Mitglied des Währungsausschusses der Französischen Nationalbank: „So gut wie alle Entscheidungen werden in Paris gefällt… .. die Frank-Zone hat es Frankreich erlaubt sich gewisse Rohstoffe zu liefern… ..ohne Devisen auszugeben… Man hat errechnet, dass diese 250 Millionen Dollar pro Jahr an Devisenersparnis repräsentierte“.Boissonat fügt hinzu, dass etwa eine halbe Million Franzosen aus der Metropole ihre Mittel fürs Überleben aus der Wirtschaftlichen Gesamtheitder Frank-Zone zogen.(5)

Der französische Sozialist Jean-Noël Jeanny schrieb 1963 „Wenn die Länder der Frank-Zone mehr ins Ausland exportieren als sie importieren, dann beschaffen sie für Frankreich Devisen“.(6) Er könnte dem hinzugefügt haben „und die Produktion größerer Eigenverschuldung“.

Neben den afrikanischen Devisenreserven, die an die Westafrikanischen Länder in Form von Schuldverschreibungen zurückgegeben werden profitiert Frankreich auch an dem afrikanischen Gold. Die Goldreserven der fünfzehn Staaten werden in Frankreich zurückgehalten. Angeblich als Garantie für den Wert des CFR-Frank. In 2001 wurde der Wert der Westafrikanischen Goldreserven in der Französischen Nationalbank auf 206.528 Milliarden CFR-Frank geschätzt. 

In einem Interview für Liberation in 1996 sagte der verstorbene Präsident von Gabun, Omar Bongo: „Wir sind in derFrank-Zone. Unsere Operationenkonten werden von der französischen Zentralbank in Paris geführt. Wer profitiert von den Zinsen, die unser Geld erbringt ? Frankreich“. (7) Frankreich verschuldet und versklavt die Afrikaner mittels des Reichtums Afrikas; zum Beispiel:

12,000 Milliarden für 3 % investiert schafft 360 Milliarden an Zinsen die Frankreich dann ganz oder teilweise als Kredite zu einem Zinssatz von 5 bis 6 % oder mehr an Afrika vergibt. Die Allegorie Afrika zur Ader zu lassen um Frankreich zu mästen ist keine Übertreibung. Sie ist nicht alarmistisch und nicht revolutionär. Es ist eine nüchterne Tatsache des französischen Modo-Kolonialismus. Die Kosten in Bezug auf Unterentwicklung und menschlichem Leiden sind atemberaubend. Die Operationenkonten und die französische Ausbeutung sind eine humanitäre Katastrophe die von Frankreich herbeigeführt und von den Opfern der Katastrophe finanziert wird.

Post-moderne Coup d´Etats und der Französische Finanz-Nazismuss in Afrika.

1996 wertete Frankreich den CFR-Frank trotz des Protestes der meisten Westafrikanischen Länder ab. Der ehemalige französische Ministerpräsident Eduard Balladour rechtfertigte das Französische Diktat damit dass es „als die beste Möglichkeit für die Unterstützung der Entwicklung der Westafrikanischen Länder angesehen wurde“(8),obwohl eine andre Erklärung von Balladoure verdeutlicht dass er sich darüber bewusst war, dass die Auf- oder Abwertung einer Währung eine Frage der nationalen Souveränität ist. (9)

Der verstorbene Präsident von Togo, Etienne Gnassingbe, sagte zu der Abwertung des CFR-Frank: „Wie man so schön sagt hat die Gewalt oft Vorrang vor dem Recht. Ich war nicht der einzige, der diese Warnung aussprach. Aber Frankreich … .. hat darüber anders entschieden. Die afrikanischen Stimmen zählen in dieser Affäre nicht viel.“(10) Die Worte des verstorbenen Präsidenten Etienne Gnassingbé deuten an dass das zur Ader lassen von Afrika durchaus auch buchstäblich verstanden werden muss.

Der Satzung der Wirtschaft- und Währungsunion zuvolge steht es jedem Mitgliedsstaat frei die Union jederzeit zu verlassen. So viel zur Theorie. In der Praxis hat Frankreich eine Spur von postmodernen Coup D´Etat, Gewalt und Mord in jenen Nationen hinterlassen, die es wagten zu versuchen sich von dem, was viele Westafrikaner als französischen Finanz-Nazismuss auffassen loszusagen.

Im Januar 1963 wurde der verstorbene Präsident von Togo, Sylvanus Olympio, drei Tage vor der Ausgabe einer neuen Währung ermordet. Togo verblieb in der CFR-Frank Zone.

Am 19. November 1968 wurde der verstorbene Präsident von Mali, Modibo Kéita in einem Staatsstreich gestürzt und verhaftet. Im Jahr 1977 starb er im Gefängnis an einer Vergiftung.

Am 27. Januar 1996 wurde der Präsident von Mali in einem Staatsstreich des Militärs gestürzt. 2013 bekämpfen französische, englische und amerikanische truppen den “Al Kaida Terrorismus” in Mali. Die Al Kaida, die auch in Syrien zur Zeit Söldnerdienste für europäische und amerikanische Interessen leistet.

Am 15. März 2003 wurde der verstorbene Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Ange Félix Patassé von dem „Rebellenführer“ Francois Bozizé verdrängt. In allen Fällen haben die Währungsunion und Frankreich eine entscheidende Rolle gespielt.

Die Elfenbeinküste, Präsident Laurent Gbagbo, Frankreich, der Internationale Kriminalgerichtshof und Modo-Kolonialismus.

Als Laurent Gbagbo das Amt des Präsidenten der Elfenbeinküste antrat war eine seiner ersten Amtshandlungen eine Betonmauer in dem Tunnel der die Französische Botschaft mit der Residenz des Ivorischen Präsidenten verbindet zu errichten. Gbagbo wollte dass die Elfenbeinküste aus der CFA-Zone austrit. 

Zusammen mit Regierugschefen anderer afrikanischer Nationen plante er eine neue regionale Währung und wenn möglich eine Pan-Afrikanische, mit Gold unterstützte Währung, den Afrikanischen Gold Dinar zu schaffen.

Die Initiative genoss die Sympathie vieler afrikanischer Nationen und genoss die eindeutige Unterstützung von Libyen, das bis zum so-genannten arabischen Frühling im Jahr 2011 die reichste und zuvolge des Sozialentwicklungs Index der UNO die am höchsten entwickelte aller afrikanischen Nationen war.

Als ob es ein bedingter Reflex war, so schien Frankreich wie gebannt von der Angst vor dem Sturz in den imaginären Abgrund. Wie gebannt von der Angst vor dem Verlust der lukrativen verbrecherischen Ausbeutung durch die CFA-Zone, die seitdem sie im Jahr 1945 von De Gaulle erschaffen wurde die französische Wirtschaft unterstützt hat. Anstatt in dem Fortschritt ein Potenzial zu erkennen wartete Frankreich ab bis es eine gute Gelegenheit für einen post-modernen Coup D´Etat gab. Die Präsidentschaftswahlen der Elfenbeinküste im Jahr 2010.

Frankreich alliierte sich mit Alessanne Outtara. Libysche nachrichtendienstliche Berichte von 2009 und 2010 beweisen eindeutig dass der französische Geheimdienst DGSE damit begonnen hatte Rebellen im Norden des Landes zu infiltrieren, zu finanzieren und zu bewaffnen. Darüber hinaus unterstützte man Outtara massiv mit Geldmitteln. 

Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen war offenbar sehr nahe. Die Wahlkommission erklärte Alessanne Outtara als den Wahlsieger, aber das Wahlergebnis wurde von Laurent Gbagbo angefochten. Es wurden schwere Unregelmäßigkeiten festgestellt. So wurden zum Beispiel in einem Dorf mit einer Bevölkerung von rund zehntausend fast hunderttausend Stimmen abgegeben.

Westliche Presseagenturen und Mainstream-Medien begannen mit der Konstruktion einens Narrativs:In den Schlagzeilen las man, in Radio und Fernsehen hörte man “Soundbites” wie:

Die Wahlkommission hatte Outtara als Sieger ernannt. Der despotische Laurent Gbagbo weigert sich die Zügel der Macht an den Wahlsieger zu übergeben.

Gbagbo schlägt hart gnadenlos auf friedliche Demonstranten nieder. Gbagbo hat sich in seinem Bunker verschanzt und ist von Ivorischen und Friedensbewahrenden Truppen eingeschlossen …

Was westliche Medien  aber in der Regel gar nicht, oder wenn überhaupt dann nur in sehr verzerrter und voreingenommener Form berichteten war:

Dass Laurent Gbagbo und seine Partei den Fall dem Obersten Gerichtshof der Elfenbeinküste vorgetragen hatten. Dass der Oberste Gerichtshof die Stimmen nachgezählt hatte, und dass der Oberste Gerichtshof Laurent Gbagbo als den rechtmässigen Sieger der Wahlen und somit als den rechtmässig gewählten Präsidenten der Elfenbeinküste erklärt hatte.

Berichtet wurde auch nicht, dass die von Frankreich unterstützten und bezahlten Guerilla begannen in Dörfern die hauptsächlich von Gbagbo Anhängern bewohnt waren Massaker zu begehen, und das die „Rebellen“ die Residenz des Präsidenten mit der Hilfe französischer Specialeinheiten und UNO Blauhelmen angriffen.

Was aber nachdrücklich in französischen und westlichen Medien wie der BBC berichtet wurde wahr:

Ddass die „Sicherheitskräfte“ des Gbagbo, das bedeutet das legitime Militär der Elfenbeinküste, brutal auf friedliche Demonstranten, dass heisst von Frankreich bezahlte Söldner niederschlugen. Dass „Die Armee des Outtara den Gbagbo in seinem Bunker eingekreist hatte“. (11).

Niemand schien die wichtigste Frage zu stellen:

„Wo in aller Welt hat der Outtara, der behauptete gerade die Wahlen gewonnen zu haben, denn eine Armee her“.

Es ist symptomatisch für die hohe Prävalenz des rassistischen und modo-kolonialistischen Denkens in europäischen Bevölkerungen dass nur sehr wenige Kommentatoren und Analysten sagten:

„Aber die Wahlkommission hat nicht die Kompetenz die  Wahlergebnisse zu prüfen und zu zertifizieren, das ist die souveräne Aufgabe des Obersten Gerichtshofs“.

Ein Vergleich kann dieses verdeutlichen: Als George W. Busch und Al Gore dass engste Wahlergebniss dass es je in den Präsidentschaftswahlen der Vereinigten Staaten gab erhielten, wer zertifizierte die Wahl ? Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Statten, natürlich. (12) Viele Amerikaner fühlten sich völlig entmündigt, aber die Bevölkerung respektierte den Obersten Gerichtshof.

Man stelle sich einmal vor der „Al Gore belagerte Busch in seinem Bunker“, dass „Gore den Rechtspruch des Obersten Gerichtshofes ignoriert weil die Wahlkommission ihn zum Sieger erklärt hätte“.Und von wo in aller Welt hätte der Al Gore den überhaupt eine Armee bekommen? Und woher hatte Alessanne Outtara seine Armee bekommen ? Die Gefangennahme von Laurent Gbagbo hat etwa 1.600 jungen ivorischenSoldaten das Leben gekostet. In den Worten des Laurent Gbagbo waren es „Junge Patrioten, die bereit waren den Präsidenten der Elfenbeinküste und das Volk gegen einen von Frankreich unterstützten Staatsstreichs zu verteidigen“.

Die Gefangennahme von Präsident Laurent Gbagbo wurde erst möglich nachdem französische Sondereinheiten völkerrechtswiedrig ein Loch in die Wand die Laurent Gbagbo im dem Tunnel, der seit Kolonialzeiten die Bootschaft Frankreichs mit der Residenz des ivorischen Präsidenten verbindet gesprengt hatten und zusammen mit von Frankreich bezahlten Söldnern den Präsidenten der Elfenbeinküste gefangennahmen.

Die versiegelten Kisten mit den Stimmzetteln aus den Wahlen von 2010 warden noch immer bei den Vereinigten Nationen aufbewahrt. Obwohl eine Neuzählung der Stimmen unter Aufsicht der UNO und der Aufsicht von unabhängigen Wahlobservatören jederzeit möglich wäre hat es der Generalsekretär Ban Kyi-moon, trotz wiederholten Aufforderungen versäumt die Wahl neu nachzuprüfen um die Legitimität des Präsidentschaftsanspruches von Outtara und Gbagbo zu überprüfen. Statdessen wird Laurent Gbagbo selektiv bei dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag angeklagt. Der Tradition des Internationalen Strafgerichtshofes volgend hat Laurent Gbagbo´s der Verteidiger, Emanuel Altid, es bislang auch verpasst die gesamte Anklage aufgrund selektiver Anklage abzuweisen.

Auch in der Elfenbeinküstewird selektiv angeklagt. Lediglich Offiziere die Laurent Gbagbo dienten, so wie der General Dogbo Ble werden angeklagt, während die Massaker die von den sogenannten Rebellen begangen wurden nicht oder kaum zu Anklagen führen. (13)

Selektive Anklagen sind symptomatisch für die Befangenheit des Internationalen Strafgerichtshofs. Laut Aussage prominenter internationaler Juristen wie zum Beispiel Christopher Black, müsste die Anklage gegen Laurent Gbagbo schon aufgrund der selektiven Anklage zurückgewiesen werden. Die Anklage gegen Gbagbo, nachdem er mit der Beteiligung französischer Spezialeinheiten gefangengenommen wurde, ist ein krasses Beispiel für den Misbrauch des ICC als Instrument der modo-kolonialistischen Kontrolle.

Eine Kritik des ICC die von dem prominenten Rechtsfilosofen Dr. Hans Köchler verfasst wurde liest sich als ob sie geschrieben wurde um das Unrecht das gegen Laurent Gbagbo und das Volk der Elfenbeinküste ausgeïbt wird zu verdeutlichen. (14)

Verpasste Chancen für afrikanische und europäische Volkswirtschaften und dringend notwendige Veränderungen.

Eine wachsende Zahl von afrikanischen und europäischen Staats- und Regierunchschefs werden aufgrund der Stagnation Frankreichs in veralteten kolonialen Strukturen ungeduldig. Afrikanische Führer sind ungeduldig, weil die offensichtliche Usurpation ihrer Nationen für die afrikanischen Volkswirtschaften und die Bevölkerungen unerträglich sind.

Führende europäische Politiker sind zumeist ungeduldig weil Frankreich verhindert dass Europa sich an die geo-politischen Veränderungen der Märkte Afrikas anpassen kann, weil dieses zu der Stagnation europäischer Initiativen fürt, und weil die Nichteinbeziehung der West-Afrikanischen Volkswirtschaften in den ökonomischen Bereich Europas für Afrika und für Europa langfristig verheerende Volgen haben kann.

China hat das kolossale Marktpotential von einer sich entwickelnden afrikanischen Mittelklasse erkannt. Das französische und Trans-Atlantische Model der Usurpation und Unterwerfung ist nicht nur kriminell und unethisch, es ist auch in der aktuellen globalen Marktwirtschaft nicht wettbewerbsfähig.

Aussagen des französischen politischen Schwergewichts Jaques Chiraq, dass Frankreich nich Wohltäter sein muss, dass es lediglich aufhören muss Afrika auszubeuten, weisen darauf hin dass es ein gewisses Potenzial für Veränderung gibt. Chiraq erklärte, dass der fortbestand der französisch-afrikanischen Beziehungen in ihrer heutigen Form katastrophale Volgen haben kann.

Der Präsidentschaftskandidat der französischen Wahlen im Jahre 2012 Jean Luc Mélenon erklärt, dass der CFA den schweren Fehler veranschaulicht die westafrikanischen Volkswirtschaften nicht mit den Volkswirtschaften der Europäischen Unionzu verbinden. Mélenon forderte dass Frankreich sein Veto in den Aufsichtsräten der afrikanischen Zentralbanken aufgeben solle.

Der Europarat erklärt, dass Frankreich versucht jedwedes Projekt der Europäischen Zentralbank, dass die Natur und die Position des französischen Engagement in den westafrikanischen Zentralbanken verändern könnte zu blockieren.

Das französische Afrikakonzept blutet nicht nur Afrika aus. Es wird auch zunehmend die französische und die europäischen Volkswirtschaften ausbluten, die es verpassen werden das Markt Potenzial einer wachsenden afrikanischen Mittelklasse zu entwickeln. Mit Harfang Dronen, Soldaten in Mali und von den eigenen Geheimdiensten geleitete Terroristen die man dann sagt bekämfen zu müssen entickelt man keine Märkte oder Volkswirtschaften.

Einige politische Analysten, der Autor dieses Artikels inclusive, haben die Gründung einer afrikanisch-europäischen Friedens- und Versöhnungskommission vorgeschlagen, die die Verbrechen der Vergangenheit aufarbeitet und eine Vertrauensbasis für einen Übergang zu neuen afrikanisch-europäischen Beziehungen schaffen kann.

Die Kommission sollte sich auch mit der Überprüfung der hoch politisierten Fälle bei dem Internationalen Strafgerichtshof beschäftigen. Unter anderen wird auch vorgeschlagen den Fall Laurent Gbagbo zu untersuchen und die völkerrechtswiedrige Gefangenschaft zu beenden. 

Die wichtige Frage für dieses und die kommenden Jahre ist ob Frankreich weiterhin am Klippenrand stehen bleibt und früher oder spatter Westafrika und Europa mit sich in den Abgrund reisst, oder ob Frankreich es sich wagt auf die Stimmen der Vernunft aus Afrika und denen seiner europäischen Partner zu hören;

Es stellt sich die Frage ob Frankreich es sich wagt die Blickperspektive zu verändern um hinter sich nicht einen Abgrund zu fürchten sondern fruchtbares und sicheres Land zu erkennen.

Dr. Christof Lehmann

Vielen Dank an Professor Dr. Nicolas Agbohou für seine Rede auf der Pariser Rathauskonferenz über die afrikanisch-französische Beziehungen am 9.Oktober 2012. Der historische Kontext und Referenzen in diesem Artikel bauen auf seiner Rede auf.“. Dr. Christof Lehmann 

Article in English

Notes:
  1. Pierre Arnold (1951), Les finances de la France et l´occupation Allemande.
  2. Artikel 3 de la BEAC.
  3. Article 2 of the Agreement about Operations Accounts between France and the African Nations within the Franc Zone (PAZF).
  4. Website of Jeune Afrique, 03. Mai 2010.
  5. Jean Boissonat. La Zone Franc: Survivance du Passé Ou Promesse d´Avenir. La Croix, 17 févenier 1960.
  6. Jean-Noël Jeanny. Rapport Jeanny; La politique de coopération avec les pays en vaie de dévelopment. Paris, documentation francaise 1963.
  7. Omar Bongo. Interwiew for Le Liberation, 18. September 1996, p.6.
  8. Jeune Afrique. Economie no 178, April 1994.
  9. E. Balladour in Le Monde, 09. February 1990. Lire aussie Géopolitique de printemps No 53, 1996, p.81
  10. Jeune Afrique no 1841, 17 – 23 April 1996, p. 38.
  11. Cornered in Abidjan as fears grow. Andrew harding on Africa, BBC, 06. April 2011. http://www.bbc.co.uk/blogs/thereporters/andrewharding/2011/04/cornered_in_abidjan_as_fears_g.html
  12. Supreme Court of the United States. George W. Bush et al., Petitioners v. Albert Gore Jr., el al., 12. December 2001. http://www.law.cornell.edu/supct/html/00-949.ZPC.html
  13. Ivory Coast´s pro-Laurent Gbagbo general Dogbo Ble on Trial. BBC, 02. October 2012. http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-19797488
  14. Dr. Hans Köchler. World Court without a World State. Criminal Justice under the Dictates of Realpolitic. http://www.i-p-o.org/Koechler-ICC-Realpolitik-IPO-OP-1July2012.htm

About christoflehmann

Christof Lehmann is the founder and senior editor of nsnbc. Christof Lehmann is a political writer, psychologist, and independent political consultant on a wide range of issues, including conflict and conflict resolution, negotiations, security management, crisis management. His articles are published widely in international print and online media and he is a frequent contributor to radio and TV programs. He is a lifelong advocate for human rights, peace and international justice and the prosecution of war crimes - also those committed by privileged nation. In September 2011 Christof Lehmann started the blog nsnbc in response to what he perceived as an embargo on truth about the conflict in Libya and Syria. In 2013, he plans to transform nsnbc into an independent, daily, international online newspaper.
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